Alternative Übungskonzepte
Übungen sind ein wichtiger Bestandteil des Physikstudiums und machen einen großen Teil der Arbeit sowohl der Studierenden als auch der Lehrenden aus (vgl. [1]). Typischerweise gibt es eine gute Betreuungsrelation und dennoch bleiben sie oftmals hinter den Möglichkeiten zurück: Betretenes Schweigen und wenig sinnvolles Anschreiben einer Musterlösung an die Tafel haben wohl alle schon einmal erlebt. Eine systematische Erhebung im Rahmen einer Masterarbeit hat jüngst bestätigt, dass noch immer fast überall wenig kognitiv anregende Formate vorherrschen, bei denen z.B. der große Aufwand, der typischerweise in die Korrektur von Abgaben gesteckt wird, auch tatsächlich produktiv gemacht wird, um Studierende bei ihrem Lernfortschritt zu unterstützen (vergleiche z.B. [2]).
Im Rahmen eines Workshops bei der DPG Frühjahrstagung 2023 wurde versucht, bestehende Formate zu Analysieren (im Rahmen der Vor- und Nachteile) sowie zu Verstehen, warum sich trotz Erkenntnisser der Didaktik nicht bis wenig am Status Quo ändert. Die gesamte Debatte ist niedergeschrieben in: PhydidB - Workshop Alternative Übungskonzepte
Als Vorbereitung sowie Input für die Debatte dienten die verschiedensten Beiträge der letzten Jahre. Bei der Analyse der vorgestellten Übungskonzepten konnten drei grobe Ansätze herauskristallisiert werden, wie die verschiedenen Übungskonzepte entwickelt wurden.
Wie kann aus der Gestaltung, Besprechung und Korrektur der Übungsaufgaben der größte Lerneffekt geschaffen werden?
- Beitrag 2023: "Guided Discovery Learning"
- Beitrag 2019: "Übungen versus Essays"
- Beitrag 2020: "EducationZEN - Ein Studienreformprojekt in der Mathematik für Chemikerinnen und Chemiker an der TU Berlin – invertierte Tutorien, ein Zulassungskriterium zur Klausur und Studierende, die eine Probeklausur korrigieren"
- Beitrag 2020: "EducationZEN – Teilinvertierte Tutorien in der Mathematikausbildung für Chemikerinnen und Chemiker"
Wie gelingt es, das meiste aus der wertvollen Zeit mit Übungsleiter:innen zu machen?
- Beitrag 2022/23: "Quizzes für aktive Veranstaltungen – Mit Diskussionsanlässen raus aus der Konsumhaltung"
- Beitrag 2023: "Double Inverted Classroom"
- Beitrag 2019: "Was Besseres als Klausurzulassungen"
- Beitrag 2020: "Warum "Haben Sie noch Fragen?" zu keinen Fragen führt"
Zwischen den Veranstaltungen wird über Physik geredet. Wie können die Veranstaltungen genutzt werden, um diesen Prozess sinnvoll in die Wege zu leiten?
- Beitrag 2023: "Wie ein freiwilliges Tutorium die Durchfallquote reduziert"
- Beitrag 2023: "Von der Vorlesung zur Aufgabenlösung: In der Übung gemeinsam ans Werk!"
- Beitrag 2022/23: "Übungen und Projektarbeit ohne Druck und Fristen – Erfahrungen aus der Veranstaltung 'Programming for Physicists' an der Uni Wien"
- Beitrag 2022/23: "Projektarbeiten als Modulprüfung in der Computerphysik"
[1] Handreichung der KFP (2010): Zur Konzeption von Bachelor- und Master-Studiengängen in der Physik
[2] Praetorius et al. (2018): Generic dimensions of teaching quality: the German framework of Three Basic Dimensions. In: ZDM Mathematics Education 50, 407–426 (2018). https://doi.org/10.1007/s11858-018-0918-4