Forum 2025

Zahllose didaktische Verbesserungsideen und dennoch bleibt alles beim Alten?

Todesstille. Niemand wagt es den Blick zu heben. Banges Hoffen, nicht zum Opfer zu werden.
Dies sind nicht die ersten Worte eines schlechten Thrillers, sondern die Beschreibung einer typischen Vorrechenübung, wie sie an den meisten deutschsprachigen Universitäten zu finden ist.

Dabei ist dies nur ein Beispiel einer vermeintlichen Lernsituation, aus der niemand etwas mitnimmt. Sinnlose Experimente, bei denen die eigentlichen Lernziele unklar sind und das Schweigen, um eine vorrechnende Kommilitonin nicht bloß zu stellen, obwohl eigene Fragen brennen, sind ebenfalls Teil des Alltags.

Wenngleich die Auswirkungen dieser oftmals großen Mischung aus Langeweile, Abschalten, Angst- bzw. Stresssituation sowie Alternativen dazu schon zahlreich diskutiert wurden [siehe alte call4paper], so wird doch bisher kaum der Frage nachgegangen: Warum finden eigentlich ständig Veranstaltungen statt, die Studierende und Dozierende gleichermaßen inhaltlich oder methodisch unbefriedigend bis sinnlos finden? Warum machen es alle Beteiligten wider besseren Wissens nicht einfach anders?

Call for Papers


Das Studienreform-Forum auf der DPG-Frühjahrstagung 2025 in Göttingen

Workshop: Zahllose didaktische Verbesserungsideen und dennoch bleibt alles beim Alten?

Mittwoch, 2. April 2025, 11:00–12:30, Theo 0.136 (DD 35.1)

Als sinnlos empfundene Lehrveranstaltungen gehören zum Alltag an Universitäten, sowohl für Studierende als auch für Lehrende. Beispiele für solche Formate sind etwa Vorrechen-Übungen, geprägt von angespannter oder gelangweilter Stille, fehlender Interaktion und vom-Blatt-abschreiben, Literaturseminare, in denen Professor*innen mit PostDocs diskutieren und die restlichen Anwesenden nicht folgen können, oder Praktika in denen historisch korrekt das Fadenpendel 100 Mal ausgelenkt wird, um genug Daten für eine Fehlerrechnung zu haben. Beispiele, wie es besser geht, gibt es inzwischen zahlreich. In diesem Workshop wollen wir die Frage umdrehen und uns im Vorfeld gesammelte Negativbeispiele ansehen:

  • Warum sind die Negativbeispiele Negativbeispiele? Und gibt es darüber überhaupt Einigkeit?
  • Was lässt sich daraus für die sinnvolle Gestaltung von Lehre lernen?
  • Was hindert(e) die Beteiligten, es anders zu machen?
  • Welche Lösung wurde ausprobiert und wie waren die Erfahrungen damit?
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