Zum physikalischen Praktikum

Ayan Amalie Osman Mohamed1

1) Technische Universität Dresden, Mathematik

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Ich habe nicht wirklich Ahnung vom wissenschaftlichen Arbeiten, ich weiß auch nicht wie viele andere meiner ehemaligen Kommiliton*innen zu meiner Meinung über das physikalische Grundlagenpraktikum stehen, deswegen folgt ein sehr subjektiver, persönlicher Bericht.

Kurz zu meiner Person: Vor circa 1,5 Jahren habe ich angefangen Physik zu studieren, da mir sehr das abstraktere Denken gefiel – nicht mit Zahlen rechnen, sondern mit Buchstaben, nicht einzelne Fälle aufstellen, sondern allgemeine Gesetzmässigkeiten beobachten und beschreiben – was mich dann zum Physikstudium motivierte. Im Laufe des ersten Semesters verfiel ich dann immer mehr der Mathematik, besonders der Linearen Algebra und entfernte mich nach und nach von den Fächern mit mehr realitätsbezug. Erst das Praktikum, beziehungsweise genau ein Termin des Praktikums, dann Experimentalphysik, im zweiten Semester durfte die theoretische Physik allerdings bleiben. Das wären so die Hintergrundinformationen, die ich für relevant halte, wenn es um meine Bewertung des Praktikums geht.

Vorm Praktikum hatten wir eine vorbereitende Vorlesung, wo es viel darum ging wie wir mit Messwerten und Fehlern umgehen sollen. Ich persönlich fand sie sehr monoton und mir wurde auch nicht ganz klar, was davon wirklich “relevant” ist, das meine ich eher in dem Kontext, dass man im ersten Semester mit einer Welle an Informationen überschwemmt wird und es ziemlich schwer ist zu sortieren, was davon man wie schnell können sollte. Es gab auch zum Praktikum selbst noch eine Anleitung, also wie der Versuch durchgeführt werden soll, was das Protokoll enthalten sollte.

Gerade das Thema Protokoll fand ich ziemlich schwierig, da die Anleitung sehr unspezifisch war und ich nicht wirklich damit etwas anfangen konnte. Da weiß ich auch, dasss es einigen anderen so ging, da es schnell ein kollektives Abschreiben eines Altprotokolls wurde, mit ein Lücken die man dann im Praktikum selbst nur noch ausfüllen musste. Ich fand es recht schade das man nicht wirklich Hintergründe zu dem bekommen hat, was man da eigentlich tut. Warum rundet man so? Warum schätzen wir die Abweichung so ab? Ich weiß nicht wie realistisch es ist sowas noch in eine Lehrveranstaltung dieser Art mit einzubringen, allerdings denke ich, dass es mein Interesse mehr geweckt hätte und alles etwas verständlicher gemacht hätte. Den Versuch selbst fand ich extrem langweilig. Wir sollten mithilfe der Frequenz eines langen Pendels die Gravitationskonstante bestimmen, was an sich in Ordnung klingt, sich nach 400 Pendelschwingungen für mich schon fast zermürbend langweilig angefühlt hat. Ich ging damals aus dem Praktikum und dachte mir: “Hoffentlich muss ich sowas nie wieder machen.”

Nun gut, ich bin aber auch keine allzu praktisch Interessierte Person und deswegen vielleicht etwas überkritisch. In einem gewissen Sinne hat das Praktikum mit auch geholfen meinen Weg zum richtigen Studium zu finden, indem es mir aufzeigte was ich ganz bestimmt nicht will.Zurück zur Übersicht

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